Zur Geschichte der kath. Expositur Wilchenreuth

Wann und von wem die alte (jetzt evangelische) Ulrichskirche in Wilchenreuth gebaut wurde, ist nicht bekannt. Urkunden fehlen. Aber das im Jahr 1903 in der Halbkuppel der Apsis freigelegte Fresko, das Christus als Weltenrichter zeigt, und die sorgfältige Quadertechnik, die an der Außenwand sichtbar ist, verweisen auf das 12.Jahrhundert. Da sich in der Krypta in Perschen ähnliche Freskomalereien finden, ist anzunehmen, dass Benediktinermönche aus Perschen in Wilchenreuth die erste Kapelle gebaut haben.

1330
Wilchenreuth wird erstmals urkundlich erwähnt, während Welsenhof bereits 1280 urkundlich bekannt ist

1361
Wilchenreuth wird in der Grenzbeschreibung zwischen der Landgrafschaft Leuchtenberg und dem Amt Parkstein genannt

1407
Die Hofmark Wilchenreuth wird vom Geschlecht der Schirntinger an die Stadt Weiden verkauft. Dies hat später die Einführung der Reformation zur Folge

1435
Es steht mit Sicherheit fest, dass Wilchenreuth eine selbständige Pfarrei ist

1542
Am 22. Juni erlässt Pfalzgraf 0ttheinrich von Neuburg an der Donau ein Edikt, durch das auch in Wilchenreuth die Reformation eingeführt wird. In den folgenden Jahrzehnten werden die Katholiken von Floß aus betreut

1562
Kaiser Ferdinand gibt die Herrschaft Störnstein an das katholische Geschlecht derer von Lobkowitz

1627
Die Ortschaften Görnitz, Roschau, Aich, Harlesberg Hammerharlesberg und Wiedenhof sind als Folge der Gegenreformation wieder katholisch

1652
Am 22. Februar kommt es zum Kölner Vergleich: Pfalzgraf Christian August von Sulzbach vereinbart mit seinem katholischen Vetter Philipp Wilhelm von Neuburg/Donau das sog. Simultaneum. Es sollte die kirchliche und die politische Gleichberechtigung zwischen Katholiken und Protestanten bringen.

1681
In der Durchführung des Simultaneums, was gleichberechtigten Besitz und gemeinsame Nutzung von Kirchen, Friedhöfen usw. durch die katholische und evangelische Kirchengemeinde bedeutet, wird die katholische Pfarrei Püchersreuth errichtet. Dazu gehören die Seelsorgsbezirke Wilchenreuth, Störnstein, Wildenau und Plößberg.
Der katholische Pfarrer hatte seinen Amtssitz in Püchersreuth, der evangelische Pfarrer in Wilchenreuth, zeitweise auch in Plößberg

1906
Die Katholiken beginnen mit dem Bau eines eigenen Pfarrhofs in Wilchenreuth

1908
Band V der Pfarrmatrikel Wilchenreuth wird begonnen


1909
Nach langen und zähen Verhandlungen kommt es zur Auflösung des Simultaneums: Die evangelische Gemeinde erhält die vorhandene Kirche in Alleinbesitz.
Die Katholiken bekommen den 1670 errichteten Hochaltar mit den Heiligenfiguren (Maria mit Kind, Wolfgang, Ulrich, Stephanus, Laurentius, Sebastian, Johannes Nepomuk (?) und die beiden Relieftafeln (Barbara und Katharina) und eine Abfindung von 9.000.- Mark.
Mit Schreiben des Bisch. Ordinariates Regensburg erteilt die S.C. Concilii in Rom die Genehmigung für den Notariatsvertrag vom 23.03.1910 (Auflösung des Simultaneums Wilchenreuth).

1910
Am 10. Juli wird durch Geistl. Rat Max Söllner, Weiden, der Grundstein für die neue katholische Kirche gelegt

1911
Bereits am 3. Adventsonntag Benediktion der neuen Kirche durch Prälat Mehler und feierlicher Einzug

1913
Am 1. Juli wird die Expositur Wilchenreuth errichtet und zur selbständigen Seelsorgsstelle erhoben

1913
Anlegen eines eigenen katholischen Friedhofs

1917
Eine Orgel wird von der Fa. Weise aufgestellt

1930
Nach Püchersreuth (4.9.) und Wildenau (5.9.) wird als dritte Kirche der Pfarrei Püchersreuth innerhalb einer Woche die Expositurkirche in Wilchenreuth am Montag, dem 8.9.1930 durch Bischof Dr. Michael Buchberger feierlich konsekriert (am 6.9. wird St. Augustin in Weiden und am 7.9. Flossenbürg konsekriert).

1950
Die im Heiligen Jahr angeschafften 4 Glocken werden geweiht

1960
Mit dem Tod des langjährigen Pfarrers Johann Putz (seit 1923) am 20.12. verliert Wilchenreuth den eigenen Pfarrer. Die Seelsorge übernehmen nebenamtlich in der Hauptsache die jeweiligen Militärpfarrer von Weiden aus.

1987
Am 1. Mai wird der seit September 1980 ex currendo die Expositur Wilchenreuth betreuende Seelsorger Johann Weis zum Expositus ernannt

1981 - 1989
Grundlegende Renovierung der Kirche (Dach, Turm, Raumschale, Altäre und Figuren)

1989 - 1990
Die Friedhofsmauer und der Kirchplatz werden saniert

1990
Am 1. Juli findet mit der Benediktion des neuen Volksaltares durch den Bisch. Finanzdirektor, Herrn Prälat Franz Spießl, die Kirchenrenovierung ihren Abschluss

1991
Der Pfarrhof bekommt ein neues Dach und neue Fenster

1993
Gemeindemission durch das Team von P. Franz Gruber OFM, jetzt inMünchen

1995
Nachmission

1996
Am 22. September erteilt der Hwst. Herr Weihbischof Vinzenz Guggenberger der neuen Orgel die kirchliche Weihe

Die Orgel
ist von der Fa. Weise, Plattling, gebaut
Schleifladenorgel mit mechanischer Spiel- und Registerfraktur
2 Manuale, 14 Register, 1 Pedal (6-5-3), 3 Zungenregister (Trompete, Oboe, Fagott).

Maße der Kirche:
Länge: 31 m
Breite: 12,5 m
Bänke: 30
Sitzplätze: 160 - 180
Höhe des Kirchturms: 34 m

Glocken:
Weihnachts- Friedensglocke: 14 Zentner
Josefsglocke: 9 Zentner
Marienglocke: 6 Zentner
Ulrichs- Sterbeglocke: 4,5 Zentner

Anzahl der Katholiken:
In den letzten 15 Jahren stieg die Zahl der Katholiken von 360auf 460, verstreut auf 13 Dörfer, Weiler und Einöden.
Nichtkatholiken: Ca. 200.


Kirchenpatron:St. Ulrich

Fest: 4. Juli.
890 geboren in Augsburg
923 Bischof von Augsburg
955 am 7./8. August Ungarnschlacht auf dem Lechfeld
Bedeutender Seelsorger: Priesterausbildung - Visitationen
Um würdige Liturgie besorgt: Der heiligen Messe darf nichts vorgezogen werden. Von großem sozialen Engagement: Besondere Hilfe für die Bergbauern.
973 am 4. Juli gestorben. Vom hl. Wolfgang bestattet.
993 am 29. Januar von Papst Johannes XV. heilig gesprochen (1. feierliche Heiligsprechung durch den Papst).

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